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Rezensionen (CD, DVD & SACD) 1 2 3 4 5 6

Gulda Beethoven

Hybrid SACD

Friedrich Gulda und Horst Stein mit den Wiener Philharmonikern:
Die 5 Klavierkonzerte von Beethoven.

aufgenommen: im Sofiensaal, Wien (5.Klavierkonzert 1970, 1.2.3.+4.Klavierkonzert 1971)
(Sofiensäle siehe Wikipedia)


Da die musikalische Auffassung von Gulda und den Wiener Philharmonikern so lebendig ist, wie man es wohl sonst nie hört, bleibt lediglich eine Beurteilung des Klanges: Der ist bei leisen und mittellauten Stellen sehr schön & durchsichtig. Gulda spielt hier einen Bösendorfer Flügel, der typische Bösendorfer-Klang, wie ich ihn mag, ist aber auf dieser Aufnahme nicht zu hören: Diese unglaublich schöne Mittellage, die wundervoll nach einem runden Klavierklang sucht und ihn findet - und das unterscheidet nach meiner Meinung den Bösendorfer vom Steinway, der im Bass gerne grollt und in den höchsten Lagen alle anderen überstrahlt, aber bei der Mittellage vielleicht nicht die Anmut eines Bösendorfers besitzt. Es mag an den verwendeten Mikrofonen liegen, daß hier der Bösendorfer seinen Trumpf nicht ausspielen kann. Okay, es gibt noch einen anderen Kritikpunkt am Klang: Sobald die Pauke mitspielt (und das macht sie gern bei Beethoven-Klavierkonzerten!), wird der Klang etwas "breiig", also rauh - vermutlich bedingt durch Mitschwingen der Mikrofone oder der Elektronik - oder durch zu hohes Aussteuern der aufnehmenden Bandmaschine. Auch ist das Klavier beim 5. Klavierkonzert zeitweise etwas verklirrt.

Wer Musik bzw. Beethoven "erleben" möchte, ist dennoch mit diesen Aufnahmen sehr gut bedient. Bald werden sie aufgrund der limitierten Auflage vergriffen sein ... (trotz des Klirrfaktors)
Die "Esoteric"-SACDs gibt es z.B. bei jpc.
Wer verständlicherweise den hohen Preis
für diese SACDs scheut, sollte vielleicht die ursprüngliche DECCA-CD-Veröffentlichung auswählen, die dagegen fast wie ein Schnäppchen anmutet - hier erhältlich.
F.W.

P.S.: In der Disziplin "klirrfreie Klavieraufnahmen" ist wohl die Hybrid-SACD "Rendezvous in New York" von Chick Corea nicht zu toppen.

Hier noch ein glänzendes Interview mit Gulda. Gulda spielt Mozart, Weber & Strauss