Herbie
Hancock
Crossings

Angeblich wurde der JazzRock von Miles Davis erfunden - z.B. "Live-Evil"
(1970).
Seine Mitmusiker John McLaughlin, Herbie Hancock, Chick Corea etc.
bauten diesen Anfang der 70-er Jahre auf verschiedene Arten aus:
Bei McLaughlin
mit "Inner Mounting Flame" etc. wurden ungerade Takte zum Standard -
WeatherReport mit Joe Zawinul liessen SopranSaxophon
& Synthesizer zum verschmolzenen Erkennungsmerkmal werden.
Hancock
unterlegte 1972 PolyRhythmik (Anfang von "Sleeping Giant" auf Crossings)
mit seinem unvergleichlich spannungsgeladenem Fender-Rhodes-Groove. Zu Beginn
ist bei der Percussion-Intro 2 gegen 3 nicht so ganz
klar, in welcher Taktart "Sleeping Giant" steht (4/4 oder 3/4 ?), später
bei Einsatz des Fender Rhodes Pianos (es kündigt sich drohend durch ein tiefes
lauterwerdendes Cluster an) wird deutlich, dass Hancock einen langsamen 6/8 Takt
meint - und den drückt er mächtig durch gegen die 4 Percussion-Spieler,
zunächst noch von Billy Hart an den Drums attackiert, später lebhaft
unterstützt. Viele Stellen in Hancocks Spiel sind so, dass man sie gleich
nachspielen möchte. Eine ganze Generation von Keyboardern spielte in den
70-er Jahren "auf Hancock". Seine Oktav-Tremoli wurden in die Jazz-Clubs
der ganzen Welt hineinkopiert, übernommen wurde oft auch das "Schulterzucken
im Takt". Einer der überzeugendsten Vertreter des "Hancock-Grooves"
war in den 70-er Jahren Christoph
Spendel (wikipedia)
der Bremer Gruppe Jazz Track.
Typische
Szene in Berliner Übungsraum der 70-er Jahre: Ein Musiker kommt rein, sagt:
"Heute spielen wir ein Stück, das geht so" und zuckt mit der Schulter.
Alle wissen, es wird "funky auf Hancock gespielt" =)
Die
rhythmische Dichte von "Sleeping Giant" hat Hancock meiner Meinung nach
später nur selten erreicht, vielleicht noch live auf "Flood"
(nur in Japan veröffentlicht - 1975)
Ein Vergleich von "Sleeping
Giant" bietet sich an:
Keith Emerson: "Tarkus" (1971)
- völlig andere Musik, aber ähnlich durchstrukturiert. Vielleicht hat
sich Hancock hier anregen lassen.
Die Klangqualität von "Crossings"
ist überragend (leider nicht als SACD erhältlich). Aufgefallen ist mir
der Lautstärke-Sprung im Bass bei 6:03, hat da Buster Williams nachträglich
etwas in Abwesenheit des Toningenieurs neu eingespielt, um den harmonischen Fortschreitungen
im Piano-Solo gerecht zu werden ? Oder wurde der gesamte Anfang von ihm "ausgebessert"?
Besprochene CD-Version: Warner
Bros. Masters siehe Abbildung rechts oben, unter Kostengesichtspunkten
sehr interessant.
Hier die Musiker:
Benny
Maupin - Sopransaxophon,
BassKlarinette etc. & Percussion
Eddie Henderson
- Trumpet, Flügelhorn & Percussion
Julian Priester
- Posaunen & Percussion
Buster
Williams - Electric
Bass, Bass & Percussion
Billy Hart - drs &
Percussion
Herbie
Hancock - Fender Rhodes
Piano, Piano, Melotron & Percussion
Patrick
Gleason - Moog
Synthesizer
Victor Pontoja - Congas
Voices
- Candy Love, Sandra Stevens, Della Horne, Victoria Domagalski,
Scott Breach
Besten Gruss vom Webmaster
Herbie
Hancock bei Wikipedia
Webseite
Herbie Hancock

Keith
Emerson "Tarkus"