Noten

 

Technische Übungen für Klavier

Was ist eigentlich der Sinn von Fingerübungen ?

Die Abneigung der meisten MusikschülerInnen gegen technische Übungen ist leicht zu erklären: Die gängigen bekannten Fingerübungen machen eben zunächst keinen Spaß, ganz klar. Man muss völlig uninteressante Musik spielen - oder kleine Kunststücke einüben, die in diesem Schwierigkeitsgrad in der gesamten Musikliteratur nie gefordert werden. Warum also soetwas üben ?
Carl Czerny erkannte das Problem und schrieb für seine Schüler tausende nettklingende Etüden (Einige davon haben wir hier in unserem kostenlosen Download-Archiv). Seine Klavierschüler übten eifrig eine Etüde nach der anderen und Czerny schrieb für sie immer neue, die sich ja wohl auch gut verkauften: Czerny starb im Unterschied zu anderen Komponisten der Zeit als wohlhabender Mann ( -->Wikipedia ). Czerny-Etüden zu spielen, ist sicherlich ein schöner Zeitvertreib, wer aber die virtuosen Stücke von Chopin oder Liszt spielen möchte, sollte eventuell zu komprimierteren Etüden greifen. Alle hier von uns empfohlenen Studienwerke haben gemeinsam:

1. Förderung der Geschmeidigkeit und Unabhängigkeit der Hände und Finger

2. Die Verbindung zwischen Gehirn und Fingern wird trainiert

3. Durch das Einüben jeder neuen Studie wird die Konzentration wach gehalten

4. Solange man eine neue Übung noch nicht kann, ist der technische Nutzwert beim Üben am größten

5. Wenn man eine Übung schon mal konnte, kann man sie gut zum Aufwärmen/Einspielen benutzen

6. Bei bestimmten Übungen (viele davon in den Brahms-Übungen) werden die Musculi Lumbricalis (Zwischenknochenmuskeln) -->Wikipedia ganz besonders trainiert - ein wohlig warmes Gefühl in der Hand entsteht, das man als Pianist sehr zu schätzen weiß ! Man kann nach solchen Übungen auch süchtig werden :)

7. KlavierspielerInnen, die zu Sehnenscheidenentzündungen neigen, sollten sofort mit dem Üben aufhören, sobald irgendwo Beschwerden auftreten !

Hier noch ein Zitat eines Klavierstudenten der UdK Berlin: "Wenn ich die 51 Übungen von Brahms nur sehe, tut mir schon der ganze Arm weh!" Lassen Sie sich nicht abschrecken, dieser Ausspruch zeigt doch die Effizienz gerade der Brahms-Übungen. Man sollte eben nichts übertreiben !

Abgesehen davon, dass einige Übungen wirklich Spaß machen, entsteht die größte Freude dann, wenn man merkt, dass man danach schwere Stellen besser "hinkriegt", man ausdrucksstärker spielen kann und die Hände in den Bewegungen jetzt ganz anders aussehen (so wie beim Profi!). Man hat einfach mehr Optionen im Leben.

In diesem Sinne wünscht Ihnen viel Lebensfreude bei den Fortschritten auf Ihrem Klavier:

Ihr Online-Team

Hanon

Brahms 51 Übungen

Greifen und Begreifen