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Fake
Book bzw. Real Book
aus Wikipedia,
der freien Enzyklopädie
Das Real Book ist eine Sammlung transkribierter
Jazzkompositionen und wird auch als Bibel des Jazz bezeichnet. Die verschiedenen
Ausgaben des Realbooks enthalten die Changes und die Melodien zahlreicher Standards,
also Jazz-Stücke, die häufig gespielt werden, in sogenannter Leadsheetform.
Seit den 1970er Jahren ist eine ganze Reihe solcher als Fake Book bezeichneten
Sammlungen entstanden, die sich hinsichtlich ihrer Qualität, Werkstreue und
vor allem im Hinblick ihres urheberrechtlichen Status z.T. erheblich unterscheiden.
Nicht alle Ausgaben tragen ausdrücklich den Titel Real Book. Real Book hat
sich jedoch im Laufe der Zeit zu einer Gattungsbezeichnung entwickelt.
Das erste Real Book entstand in den 70er Jahren am Berklee College of Music, wo
der Bassist Steve Swallow und der Pianist Paul Bley mit Hilfe vieler
Studenten eine Sammlung transkribierter Jazzkompositionen erstellten. Sie umfasst
vor allem Stücke aus dem Umkreis dieser beiden Musiker, aber auch viele Jazz-Klassiker
und -Standards. Die Typographie der ersten beiden Ausgaben war noch überwiegend
"handgemacht", erst die dritte Ausgabe wurde am Computer gesetzt.
Das
Konzept des Real Book fand großen Anklang in der Jazz-Szene, so dass die
ersten Ausgaben für lange Zeit heiß begehrt und kaum aufzutreiben waren.
Eine Besonderheit des Real Book besteht darin, dass es im Regelfall in drei verschiedenen
Tonarten erhältlich ist (C, Eb und Bb), so dass auch Musiker, die ein transponierendes
Instrument spielen, es problemlos nutzen können. Dies hat dazu geführt,
dass das Real Book unverzichtbare Grundlage vieler Sessions wurde, da die Ansage
einer bestimmten Seite aus dem Buch reichte, um den nächsten Song festzulegen.
]Die
Sammlung im Real Book entstand, ohne auf irgendwelche urheberrechtlichen Belange
Rücksicht zu nehmen und ist somit illegal. Die Komponisten der aufgenommenen
Stücke wurden in keiner Weise dafür entschädigt (wobei hinter vorgehaltener
Hand auch die Ansicht geäußert wird, dass die Aufnahme eines Komponisten
in das Real Book in gewissem Sinn einem Ritterschlag gleichkommt, für den
es sich lohnt, auf einige Tantiemen zu verzichten. Schließlich werden dadurch
andere Musiker in die Lage versetzt, ein Stück aufzuführen, wodurch
ja wieder ein Anspruch auf Tantiemen entstehen kann).
Das
Real Book wurde im Laufe der Zeit mehrmals überarbeitet, so ist heute die
5. Version aktuell, die keine Urheberrechtsverletzungen mehr enthält und
somit legal erworben und aufgeführt werden kann. Zudem wurden einige Fehler
behoben, die in den vorigen Versionen beinhaltet waren.
Bald
erschien auch das "New Real Book" von Sher Music. Diese Zusammenstellung
wurde mit Zustimmung der jeweiligen Rechteinhaber erstellt und hält sich
daher auch erheblich näher an die ursprünglichen Kompositionen (die
mühsame Transkription konnte in vielen Fällen umgangen werden, wenn
der Komponist seine Originalnoten zur Verfügung stellte). Auch die Druckqualität
hat mit dieser Ausgabe erheblich gewonnen. Die hier verwendete Typographie stellt
inzwischen eine Art faktischen Standard im Bereich des Jazz dar.
Da
sich der Begriff "Real Book" zu einer Gattungsbezeichnung entwickelt
hat, wird er von vielen anderen Herausgebern verwendet, um eine Zusammenstellung
transkribierter Stücke zu benennen. So gibt es z.B. auch das "Latin
Real Book", das "All-Jazz Real Book" oder das "Real Jazz Standards
Fake Book" und viele mehr.